Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kindergärten und Kinderkrippen

Kindergärten und Kinderkrippen sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Die Redaktion des Rathaus-ECHO sprach dazu mit Fr. Angelika Willer-Sirch, Leiterin des Erkheimer Kindergartens.

Wie hat sich die Corona-Krise im Kindergarten bemerkbar gemacht?

Im März mussten wir ganz spontan und überraschend von einem Tag auf den anderen schließen. Das war für die Kinder, ihre Eltern und auch für die Leitung und die Erzieherinnen eine ganz schwierige Situation. Plötzlich standen wir ganz ohne Kinder da. Für unser Selbstverständnis als Erzieherinnen war das ganz schön schwierig. Nachdem wir eine Woche komplett geschlossen hatten, durften wir wieder mit der Notbetreuung der Kinder beginnen, deren Eltern unbedingt arbeiten mussten und auf uns existentiell angewiesen waren. Inzwischen sind die Veränderungen nicht mehr so abrupt, aber alle im Erzieher-Team müssen sich ständig und oft sehr kurzfristig auf Veränderungen im Dienstplan und bei den Hygieneregelungen einstellen.

Haben die Eltern diese oft spontanen Veränderungen mitgetragen?

Ja, hier möchte ich mich nochmals ganz herzlich für das verantwortungsvolle Mittragen vieler schwieriger Situationen bedanken. Wir erlebten stets Verständnis für uns und die uns auferlegten Vorgaben. Die Eltern haben alle Veränderungen, z.B. eingeschränkte Besuchszeiten, abgesagte Veranstaltungen und die Maskenpflicht immer mitgetragen. Unsere ganzen Kontakt- Veranstaltungen wie Elternabende und diverse Feiern sind entfallen. Seit Herbst nutzen wir jetzt eine Kindergarten-Eltern-App und Elternbriefe zur Info-Weitergabe. Das läuft natürlich alles sehr viel unpersönlicher als bisher gewohnt.

Hat sich der Alltag auch für die Kinder geändert?

Um zu viele Kontakte im ganzen Haus zu vermeiden, sind wir jetzt wieder zu festen Gruppenstrukturen zurückgekehrt. Spielen, Gartenbesuche, Spaziergänge, Mittagessen, alles passiert jetzt innerhalb der eigenen Kindergartengruppe. Zuhause darf weiterhin mit Gleichaltrigen aus der Nachbarschaft gespielt werden, bei uns kann man den Freund/die Freundin in der Nachbargruppe jetzt nicht mehr besuchen. Diese vermehrten Regeln waren für die Kinder ungewohnt und sehr unverständlich. Auch die Maskenpflicht bei den Erzieherinnen war gerade in der Eingewöhnungszeit im Herbst ein großes Hemmnis. Darunter leiden besonders die kleinen Krippenkinder stark, wenn sie die Gesichter ihrer Betreuer nicht ganz sehen können.

Am Kindergarten-Gebäude stehen größere Umbaumaßnahmen an. Warum sind diese notwendig?

Aufgrund der Anmeldungen reichen die bestehenden Gruppen nicht mehr aus. Ab Januar 2021 werden wir deshalb mit einer weiteren Krippengruppe starten, für die wir bisher räumlich nur eine Übergangslösung anbieten können.

In diesem Frühjahr wurde daher in einem Arbeitskreis bestehend aus Architekt Prof. Dr. Josef Schwarz sowie Vertretern des Gemeinderats, des Kindergartens und des Elternbeirats ein neues Raumkonzept erarbeitet.

Grundlegend neu ist die räumliche Trennung von Kindergarten und Krippe. Der Kindergarten mit seinen fünf Gruppen nutzt weiterhin die vorhandenen Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Dazwischen entsteht ein Speiseraum für die immer stärker nachgefragte Mittagsbetreuung. Für die beiden Gruppen der Krippe wird die bisherige Turnhalle im Keller umgebaut. Die Krippe erhält einen eigenen Zugang, die Gruppenräume bekommen an der Südseite große Fenster und Zugang zu einem eigenen Gartenbereich.

Die Zeit des Umbaus wird sicher anstrengend für uns, wir werden räumlich beengt arbeiten und viel Lärm und Staub aushalten müssen. Trotzdem freuen wir uns auf einen modernisierten Kindergarten mit dann besseren Betreuungsmöglichkeiten.

 

Das ECHO-Redaktionsteam bedankt sich ganz herzlich für das Gespräch und wünscht allen Mitarbeitern, den Kindern und ihren Eltern Gesundheit, Kraft und Zuversicht bei der Bewältigung aller anstehenden Herausforderungen.

 

 

Der Kindergarten in Zahlen:

 

5   Kindergartengruppen   97 Kinder

1   Krippengruppe               12 Kinder      (2 Krippengruppen ab Januar 2021)

21 Pädagogische Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit, 4 Auszubildende

4   Mitarbeiter in Küche, Hauswirtschaft und Reinigung