ECHO- Interview mit Marktbaumeister Hebel Paul

Herr Hebel, was hat Sie nach Erkheim geführt?

Nachdem ich in meinem Berufsleben viel Erfahrung in verschiedenen Tätigkeiten angesammelt habe, wollte ich nochmals eine berufliche Herausforderung und hab mich deshalb als Marktbaumeister beim Markt Erkheim beworben. Zudem verbindet mich Erkheim seit vielen Jahren mit der Leichtathletik-Abteilung. Seit knapp 1 ½ Jahren arbeite ich nun als Marktbaumeister beim Markt Erkheim. Davor war ich als technischer Angestellter im Wasserwirtschaftsamt Kempten im Sachgebiet Gewässerschutz tätig. Die letzten zwei Jahre hatte ich die Bauoberleitung bei der Errichtung des inzwischen fertig gestellten Hochwasser-Rückhaltebeckens in Eldern. Meine Aufgaben waren u. a. die Koordination des Bauablaufs mit den beteiligten Ingenieurbüros sowie den ausführenden Baufirmen und die Überwachung des Bauzeitenplans.

 

Wie war der Beginn in Erkheim und die Einarbeitung hier?

Anfangs war ich sehr überrascht über die Fülle der unterschiedlichsten Aufgaben. Ich hatte allerdings zwei große Vorteile. Zum einen hat mir Manfred Karrer im ersten Jahr sehr geholfen, die vielfältigen Aufgaben des Bauhofs kennen zu lernen. Daneben konnte ich meine Erfahrungen aus meinem bisherigen Berufsleben gut einbringen. In der Zeit beim Wasserwirtschaftsamt habe ich viel über Wasser-, Bau- und Satzungsrecht gelernt und mich in die betreffenden Verwaltungsvorgänge eingearbeitet. Die Details bei Planungen und Ausschreibungen konnte ich durch mein Planungsbüro im Nebengewerbe immer auf dem aktuellsten Stand halten.

 

Was sind Ihre Arbeiten im Alltag?

Ich sehe zwei große Aufgabengebiete. Einmal die Arbeiten als Bauhofleiter im Bauhof. Hier ist jetzt Wolfgang Engel mein Ansprechpartner. Alle im Jahresverlauf anfallenden Arbeiten für die fünf Mitarbeiter, werden von mir koordiniert. Dazu zählt die Unterhaltung aller öffentlicher Gebäude wie z. B. Rathaus, Kindergarten, Feuerwehrhäuser, gemeindeeigene Wohngebäude bis hin zum gemeindlichen Friedhof. Daneben sind unsere Aufgaben der Unterhalt aller gemeindlichen Straßen, das Mähen der Straßen- und Wegränder sowie die Pflege der Bachläufe und der vielen Gräben. Gerade der Winterdienst ist sehr zeitintensiv und aufwändig. Hierbei muss immer relativ kurzfristig je nach Witterung reagiert werden.

Als Marktbaumeister sind die weiteren Aufgabengebiete die Vorbereitung, Koordination und Überwachung aller Baumaßnahmen des Marktes. Derzeit sind auch die Arbeiten der Subunternehmer von Telekom, LEW, Erdgas Schwaben immer im Auge zu behalten. Diese Baustellen sind erst nach mängelfreier Abnahme erledigt. Größere Maßnahmen wie der Neubau von Straßen und Brücken ziehen sich über einen längeren Zeitraum hin.

 

Das hört sich ganz schön vielfältig an. Welche „Projekte“ sind denn schon fertig?

Die Günzbrücke in Schlegelsberg und die Riedbachbrücke bei Daxberg sind repariert, bzw. neu gebaut. Ebenfalls wurden die Brückenstege beim Schuhhaus Hämmerle und bei der Raiffeisenbank erneuert. Es warten allerdings noch einige Brücken im Gemeindebereich auf die Sanierung. Die Urnengräber-Anlage auf dem gemeindlichen Friedhof wurde im vergangenen Jahr erweitert. Abschließen konnten wir die Erhebung für das Baumkataster (Erfassung der Bäume und regelmäßige Überwachung der Standfestigkeit) im geografischen Informationssystem (GIS). Die Digitalisierung des Trinkwasser- und Abwassersystems steht hier noch aus.

 

Was steht an großen Aufgaben in den kommenden Jahren an?

Neben der Erneuerung der Straße nach Daxberg bin ich mit dem Ingenieurbüro gerade an der Vorplanung und Trassenfestlegung des Fahrradweges nach Sontheim beschäftigt. Größere Bauprojekte sind in den nächsten Jahren der Neubau des Feuerwehrhauses, die Erweiterung des Kindergartens, die Realisierung der Städtebauförderung mit dem Schwerpunkt Marktstraße und die Sanierung des Krone-Areals. Hier muss das einsturzgefährdete Dach des Stadels schnellstmöglich gesichert und vor weiteren Schäden bewahrt werden. Die Instandsetzung dieses gemeindeeigenen, mehr als ein Hektar großen Komplexes wird mich bestimmt einige Jahre beschäftigen.

 

Wie zufrieden sind Sie mit dem Wechsel nach Erkheim und ihrer Arbeit hier?

Die abwechslungsreiche Arbeit gefällt mir sehr, da die vielfältigen Aufgaben wie z. B. Bauhofleitung, Bauleitung, Ortseinsichten und Lösungsfindung in schwierigen Fällen mich herausfordern und mir sehr viel Spaß machen. Das gute Miteinander im Gemeinderat und die Teamfähigkeit im Bauhof erzielen immer gute Resultate. Beispielsweise wurde in rekordverdächtigen 4 Wochen nach dem Gemeinderatsbeschluss die „30er Zone“ in die Tat umgesetzt.

 

Die ECHO- Redaktion bedankt sich für das Gespräch und wünscht weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit hier in Erkheim!

Paul Hebel
Die Behebung von Schäden gehört zu den Aufgaben des Bauhofs
Eine dringende Aufgabe: Die Sicherung des Krone-Stadels mit einem Notdach
Die Mitarbeiter des Bauhofs mit ihren Fahrzeugen für den Winterdienst