Fleißige Hände beim Krippenaufbau in der evangelischen Kirche Peter und Paul

Ein Zeichen der Adventszeit wird oft mit Aufstellen von Krippen in Verbindung gebracht. Für die Krippe in der evangelischen Kirche Peter und Paul wird dies bereits seit 8 Jahren von Familie Sommer eigenständig durchgeführt. Übernommen haben sie es damals von Familie Rabung-Ernst aus Erkheim. Auch wenn die Mädchen damals noch sehr klein waren, packten alle von Anfang an mit an. Seitdem gehört es zur Tradition und erklärt sich für jeden in der Familie als selbstverständlich hier mitzuwirken.

Die Untergrundkonstruktion gibt den Aufstellort der Krippe vor, der sich direkt unter der Kanzel befindet. Die Figuren wurden schon zu Pfarrer Riedmanns Zeiten erstellt und existieren bis heute. Damals fertigte der Frauenkreis jede einzelne Person, Tier, Kleidung und alles was dazugehört an. Die ca. 15cm großen Körper sind daher etwas Individuelles aus dem eigenen Markt und vor allem dem eigenen Handwerk.

Neben den stilvoll unterschiedlichsten Charakteren, bezaubernden Schafen, bis hin zu liebevollsten Schafshirten kann vieles entdeckt werden. Selbst einen Rollstuhlfahrer gibt es an der Krippe zu sehen. Auch wenn der Spagat zur damaligen Zeit zum Rollstuhlfahrer, der schon etwas an die Neuzeit erinnert, weit gegriffen war, so wurde vielleicht früher schon der Gedanke einer barrierefreien Umgebung selbst an der Krippe zu Bethlehem gedacht. Das Gefährt selbst hat in der Regel immer den gleichen Platz. Die Hirten variieren dagegen immerzu.

 

Details machen das große Ganze:

Während des kurzweiligen Gesprächs erfuhren wir, dass schon einen gewisse Rollenaufteilung bei der Krippenaktion herrscht. Während Theo Sommer für die schweren Teile benötigt wird, darf er sein Können jedes Jahr erneut bei der Elektrik unter Beweis stellen. Vor 2 Jahren wurde sogar extra Gustav Träber, als bekannter Krippenfreund, mit ins Boot geholt, da ein neuer Trafo benötigt wurde. Alles Weitere sei allerdings immer noch gut erhalten. Seine Frau Beate kümmert sich solange mit den vier Kindern um die Figuren. Dazu gehören auch der Ochs und der Esel in der Behausung, klassisch wie in der Geschichte geschrieben. Das i-Tüpfelchen übernehmen letztendlich die Kinder. Magdalena, Lara, Eva und Paula lassen in der Gestaltungen keine Grenzen. So ist unscheinbar zu erkennen, dass Maria noch ein kleines Bäuchlein schiebt, der Haupthirte im Schafstall den Mantel extra offen trägt, um der Innenseite seines mittlerweile wieder modernem Mantels Glanz zu verleihen, oder gerade „Hackfleischbällchen“ im Topf über dem Feuer gemacht werden. Bei dem Essen handelt es sich jedoch mehr um einen Hirtentopf, ergänzte Theo seinerseits. Es gibt wirklich reichlich zu entdecken und bestimmt sind die Kinder schon am Überlegen neuer Details für das Weihnachten 2019.

Informativ dürfen wir hier noch ein kleines Geheimnis lüften. Die Krippe hat interessanterweise zwei Jesuskinder, wodurch sich jedes Mal aufs Neue die Frage stellt, welches dieses Jahr in der Krippe liegen darf, was unter den Sommer-Kindern reichlich diskutiert wird.

 

Die Vorbereitung:

Spätestens am 23. Dezember wird alles auf das „Bruckenwägele“ gepackt und die komplette Krippe inklusive Daas, frischem Moos sowie Zweigen über die Straße zur Kirche gezogen. Allein fürs Aufstellen werden gute 2 Stunden benötigt, was die Familie Sommer aber gerne jedes Jahr aufs Neue investiert. Abgerundet wird das Krippenbild durch die Engelsfigur. Erst seitdem der Aufbau in ihrer Hand liegt, gibt es nämlich einen Engel, der über der Krippe schwebt. Zuvor befand er sich immer auf dem Dach des Stalls. Aber mit dem einmaligen Aufbau ist es noch nicht getan. Am 5. Januar schleichen sich heimlich still und leise noch die 3 Könige ins Bild. Aufgestellt wurden sie dieses Mal von Beate Sommer. Und sollte sie einmal nicht daran denken, so erhält sie eine liebenswerte Erinnerung schon meist im Voraus durch Elfriede Sommer, wie sie uns mitteilte. Selbstverständlich steht die Krippe traditionsgemäß bis zur Lichtmesse am 2. Februar.

Wie deutlich hervorgeht, sind der Aufbau und die Gestaltung hier in den besten Händen. Herzlichen Dank an Familie Sommer, inklusiv aller Kinder, für die jahrelange Tätigkeit sowie das amüsante Interview.