Städtebau-Wettbewerb ausgewertet

Beim von der Marktgemeinde ausgeschriebenen und von der Bayerischen Städtebauförderung geförderten Realisierungswettbewerb "Straßen in der Ortsmitte" (Marktstr. und Abschnitte der Babenhauser Str., der Arlesrieder Str. sowie des Molkereiwegs) stehen die Gewinner fest. Am 25. Februar tagte und entschied das Preisgericht. Stimmberechtigt waren fünf externe FachpreisrichterInnen (Landschaftsarchitekten, Stadtplaner) und vier Sachpreisrichter aus dem Gemeinderat: Bürgermeister Christian Seeberger, Günter Bayer (BB), Gregor Holzheu (CWV) und Josef Zeitner (UL).

Elf Architekturbüros hatten ihre Planunterlagen eingereicht, die in mehreren Rundgängen vorgestellt und ausgiebig besprochen wurden. Hierbei ging es z.B. um Fragen wie: Was macht den Charakter von Erkheim aus? Welche Gestaltungselemente sind für ein Dorf angemessen? Wie viel Pflasterfläche verträgt ein Dorf?

Bei jeder Diskussionsrunde wurden Arbeiten ausgeschieden und schließlich verblieben vier in der engeren Auswahl. Für diese Vorschläge wurde jeweils eine kleine Arbeitsgruppe zu deren schriftlicher Beurteilung gebildet. In der anschließenden Schlussdiskussion folgte eine vergleichende und abwägende Erörterung und Wertung der Arbeiten und letztlich die einstimmige Abstimmung über die Rangfolge.

Das Preisgericht sah im Siegerentwurf des Büros Fischer und Heumann aus München die Besonderheiten und Qualitäten Erkheims besonders gut herausgearbeitet: die meist giebelständigen Gebäude, die Bäume und die offenen Bachläufe. Die "befestigte Mitte" entlang der Marktstraße und die "grüne Mitte" im Bereich der oberen Babenhauser Straße werden hier über eine Reihung von Plätzen miteinander verknüpft. Die vorgesehenen Materialien - Fahrbahn in Asphalt, die Plätze und Seitenbereiche in der Marktstraße gepflastert, Babenhauser Weg mit wassergebundener Decke - betonen diese Abfolge, sind angemessen und wirtschaftlich.

Der Blick auf das Rathaus mit dem Maibaum und der Eingang der Marktstraße sind von Süden unverstellt und der neue Rathausplatz bietet gute Aufenthaltsqualität sowie vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Die vorgeschlagenen Baumpflanzungen orientieren sich an der Historie und unterstreichen die Leitidee und die Raumwirkung der Marktstraße. Stellplätze sind in ausreichender Anzahl funktional angeordnet.

Am Babenhauser Weg wird der Baumbestand angemessen ergänzt und es entsteht ein schlicht gehaltener Aufenthaltsbereich für Alt und Jung mit Zugang zum Wasser und vielfältigen Spielmöglichkeiten. Der "Günzstrand" mit Sitzstufen ist richtig an der ruhigeren östlichen Günz angeordnet. Der nördliche Zugang mit einem Platz, einem Steg und dem "Günzspitz" beim Zusammenfluss von Nebenbach und Günz wirkt einladend.

Insgesamt stellt der Entwurf einen "unaufgeregten", aber qualitätvollen und überzeugenden Vorschlag dar, der gut auf den Bestand reagiert und für Erkheim passend erscheint.

Die Empfehlung des Preisgerichts ist es, die Verfasser der erstplatzierten Arbeit unter Berücksichtigung der festgehaltenen Bedenken und Anmerkungen mit der weiteren Bearbeitung ihres Wettbewerbsentwurfs zu beauftragen. Im Verlauf des nun folgenden Verhandlungsverfahrens mit den Preisträgern können natürlich auch noch spezielle Wünsche und Vorstellungen der Gemeinde in die Diskussion eingebracht und berücksichtigt werden. Auch die Bauabschnitte müssen festgelegt und eine Zeitschiene für die Realisierung aufgestellt werden.

Aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen kann leider keine eigentlich vorgesehene Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten stattfinden. Deshalb sind diese auf der gemeindlichen Internetseite unter "Gemeinde & Ortsteile" - "Städtebauförderung" eingestellt. Informationen bietet auch der YouTube-Kanal "Erkheim informiert". Außerdem können die Entwürfe der ersten drei Preisträger im Schaufenster des ehemaligen Schlecker-Marktes (Schlößlestr. 5) angeschaut werden.