Historisches Dorffest in Daxberg

Mit einem dreifachen Salut der Dietershofener Feuerschützen wurde am späten Samstagnachmittag das zweitägige historische Dorffest in Daxberg eröffnet. Unter den Klängen des Spielmannszuges des Frundsbergfestrings aus Mindelheim zogen dann die historischen Gruppen auf die Festwiese ein.

Auf dem höchstgelegenen Platz in Daxberg konnten die Besucher das Lagerleben der Schwarzen Schaar aus Memmingen und der Laizer Landsknechte aus Sigmaringen miterleben. Sie hatten dort ihr Biwak mit mehreren Zelten aufgebaut. Die Schwarze Schaar, ein militanter Bauernkriegshaufen aus dem Jahr 1525, demonstrierte mit ihren Langspießen, wie zur Zeit des Bauernkriegs gegen das feindliche Fußvolk oder gegen Reiter vorgegangen wurde. Nach Schüssen aus ihren Hakenbüchsen lag Pulverdampf in der Luft. Die Laizer Landsknechte stellten mit ihrer Ausrüstung und Bewaffnung ein kaiserliches Dragonerregiment aus dem Dreißigjährigen Krieg dar.

Auf der Ostseite der Festwiese waren alte Bulldogs, Ackerwagen, Kartoffelroder und Heuwender ausgestellt. Es wurden Hoinzen hergestellt und Stroh gehäckselt. Entlang der Burgstraße wurden alte Berufe vorgestellt. Norbert Seefelder aus Markt Rettenbach, von Beruf Schreiner, stellte als Wanger ein Holzrad her. Er hatte dieses Handwerk von seinem Großvater so nebenbei gelernt, da dieser Beruf nicht mehr ausgebildet wurde. Daneben hatten Franz Aurbacher und Gerhard Heel eine Dorfschmiede aufgebaut. An einer Feldesse brachten sie die Spitze eines Pickels zum Glühen, um ihn danach zuzuspitzen. Gegenüber war eine Garage zu einer Klöppelstube umfunktioniert. Eine Klöppelgruppe aus Mindelheim und Amendingen brachte den Besuchern diese Handarbeit näher. Brigitte Seitz aus Dirlewang flocht Körbe aus Weiden, Frauen spannen Garn und Zimmerer formten aus einem Baumstamm mit alten Werkzeugen einen Balken. Weitere Attraktionen waren eine Fahrt mit der Pferdekutsche und eine Oldtimer-Vorstellung mit über 70 Fahrzeugen.

An mehreren Ständen sorgten die Verantwortlichen für das leibliche Wohl. Sie hatten sich auch hier etwas Besonderes einfallen lassen: Es gab unter anderem eine Rittersemmel mit Pulled Pork und ein für das Fest abgefülltes Ritterbier. Viele Helfer trugen historische Kleidung, die Daxberger Frauen angefertigt hatten. Für die musikalische Unterhaltung an den beiden Tagen sorgten die Daxberger Musiker, Klaus Kuhn und Freunde sowie die Haseltaler Musikanten.

In ihren Grußworten hoben Schirmherr Klaus Holetschek, Landtagsabgeordneter und Bürgerbeauftragter der bayerischen Staatsregierung, sowie Bürgermeister Christian Seeberger die großartige Gemeinschaftsleistung der Daxberger Bürger hervor, die viel Zeit investiert und Kreativität gezeigt hätten. Durch solche Feste sehe man, dass Dörfer mit Leben erfüllt seien.

Der Erlös des Festes kommt der Sanierung des Daxberger Gotteshauses zugute. Kirchenpfleger Hubert Wörz war mit dem Verlauf äußerst zufrieden. Es seien alle Erwartungen übertroffen worden, sagte er.